Neuschnee

Flockenflaum zum ersten Mal zu prägen
mit des Schuhs geheimnisvoller Spur,
einen ersten schmalen Pfad zu schrägen
durch des Schneefelds jungfräulicher Flur –

kindisch ist und köstlich solch Beginnen,
wenn der Wald dir um die Stirne rauscht
oder mit bestrahlten Gletscherzinnen
deine Seele leuchtende Grüße tauscht.

– Christian Morgenstern

Kindisch und köstlich ist es auch mit Processing zu experimentieren, um neue Pfade zu prägen. Diesmal habe ich damit herumgespielt, das als Leitthema stellvertretend ausgewählte Gedicht Morgensterns in eine visuelle Gestalt zu bringen, sprich Text in Bild zu transformieren. Dabei habe ich mich von der automatisierten Erzeugung von Farbpaletten inspirieren lassen, wie sie von Hartmut Bohnacker et al. in ihrem Buch bzw. der dazugehörigen Website Generative Gestaltung anschaulich vorgeführt wird.

Das Gedicht „Neuschnee“ besitzt 265 Buchstaben. Daher habe ich die Bildfläche in ein Raster mit 265 Farbfeldern unterteilt. Jedes Farbfeld repräsentiert also einen Buchstaben. Beim ersten Bild ist jedem Buchstaben eine bestimmte, zufällig generierte Farbe zugeordnet; beim zweiten Bild ein bestimmter, ebenfalls zufällig generierter Grauwert; beim dritten Bild schließlich habe ich zwischen Vokalen und Konsonanten unterschieden: Die Vokale erscheinen jeweils in einem Rotton, der zufällig in Sättigung und Helligkeit variiert, die Konsonanten hingegen in einem komplementären und ebenfalls in Sättigung und Helligkeit changierenden Blauton.

Random Colors

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RANDOM Black & White

161210_171216_morgenstern_neuschnee_black-and-white

VOWELS AND Consonants

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