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Ouroboros

Der Ouroboros, die sich selbst verschlingende Schlange, ist ein sehr altes Symbol, das ich hier spielerisch abgewandelt habe. Die Schlange verschlingt sich in meinen Zeichnungen nicht nur selbst, sie umschlingt sich auch, bildet fast so etwas wie einen gordischen Knoten – womit noch ein anderes altes Symbol ins Spiel kommt. Gezeichnet habe ich alle Exemplare in einer großen Geduldsübung Punkt für Punkt mit Fineliner auf Papier, Format 15 x 21 cm. Mich hat es während des Prozesses ungemein fasziniert, dass durch die Abwandlung in der Größe oder durch die Änderung der Dichte eines so einfachen Elementes, wie es der Punkt nun einmal ist, ein Muster entsteht, das ein unvorhersehbares Eigenleben führt und schließlich den Schlangenkörper kleidet.

Punktnatter.
Schwarzkopfpython.
Mumienschlange.


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PATTERN WALK #1

It’s time to start a new art project: PATTERN WALKING. PATTERN WALKING has a double meaning: walking through a city entailing a specific rule or pattern on your walk and generating a pattern while doing this. It’s a project inspired by psychogeography explored by artists like Guy Debord in the 1950s or newer approaches of alternative ways of tourism, coming into vogue under the label experimental travel. It’s about exploring the urban space in an alternative way, discovering things you otherwise wouldn’t have discovered. Because of trail tracking apps that allow tracking your undertaken walk through the city of your choice, you explore the urban space twice: first while you’re walking using a particular rule like turning alternating right and left, second when you’re looking at the specific pattern of your walk on a map.

First walk. Starting at my front door, turning right, left, right, left… Scary experience: Walking through Göttingen following this simple rule, you won’t walk in a zig-zag-pattern transverse the city but in a loop. It’s true: Today Daniel and me started at Ritterplan 3 and ended up at Ritterplan 3 after 20 iterations of the chosen right-left-pattern for that first test walk.

START: Ritterplan 3, Göttingen
PATTERN FOR THAT WALK: right, left (starting with right)
ITERATIONS: 20
DURATION: 52 minutes
DISTANCE: 3,5 km
STOP: Ritterplan 3, Göttingen

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Seltsame Schleife

In der aktuellen Ausgabe Die Grenzen der Narration im Bild der Sektion Bild Wissen Technik des E-Journals kunsttexte.de  ist heute mein Aufsatz Die seltsame Schleife als (Bild-)Erzählform erschienen. Gegenstand meines Beitrags zu dieser Ausagabe sind die Fotosequenz THINGS ARE QUEER (1973) von Duane Michals und David Lynchs Spielflm LOST HIGHWAY (USA 1997). Beide Werke zeichnen sich trotz ihrer unterschiedlichen Medialität durch eine gemeinsame Form des Erzählens aus. Bei Michals bekommen wir eine Bildfolge ohne einen Anfang und ohne Ende präsentiert: Mit der Kamera immer einen Schritt weiter zurücktretend wird dem Betrachter nach und nach ein weiteres Stück des Offs offenbart, was sich jedoch bald als ein Trugschluss erweist, führt uns diese Strategie doch wieder zum Ausgangsbild zurück. Auch bei Lynch findet sich eine derartige Zirkularität, insofern sich die Handlung von LOST HIGHWAY auf den Tod Dick Laurents zuspitzt, der jedoch schon zu Beginn nicht mehr am Leben war. Es findet sich hier also in beiden Werken eine Schleife, genauer: eine seltsame Schleife. Bei seltsamen Schleifen handelt es sich um eine paradoxe Struktur, die es real nicht gibt. Sie untergraben das klassische Paradigma von Chronologie und Kausalität. Doch wie erzeugt Michals die paradoxe Zirkulariät in THINGS ARE QUEER mit Mitteln der Fotografe? Steht dahinter ein allgemeines Prinzip, dem auch Lynch folgt? Und was bezwecken die beiden mit dieser Form des Erzählens?