Die Bildgeschichte THE BIRD hat eine etwas längere Entstehungsgeschichte hinter sich: Die Idee hierzu entstand bereits 2013 – und zwar als ich an meiner Dissertation geschrieben und mich mit dem Loop in der Medienkunst und dem Erzählen in Schleifen beschäftigt habe. Dies war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, dass sich Theorie und Praxis nicht gegenseitig blockieren, sondern bekräftigen. Nachdem ich Videoarbeiten wie Julian Rosefeldts THE SHIFT (2008) oder Stan Douglas JOURNEY INTO FEAR (2001) gesehen hatte, wollte ich unbedingt auch selbst eine Geschichte entwickeln, in der das Ende auf den Anfang verweist, ohne jedoch exakt an den Anfang zurückzuführen.

Die ersten Skizzen, die die einzelnen Schritte der Handlung beschreiben, waren schnell erledigt, doch die Ausarbeitung stockte immer wieder. Bislang hatte ich überwiegend einzelne Bilder hergestellt, schnelle Erfolgserlebnisse. Ich war es schlicht noch nicht gewohnt, so viele Bilder in exakt demselben Stil herzustellen. Erst vergangenes Jahr – sicher nicht zufällig nach der Publikation meiner Dissertation, die mich einiges an Disziplin und Durchhaltevermögen gelehrt hat – war ich soweit, auch dieses Projekt endlich durchzuziehen und Bild für Bild umzusetzen: Insgesamt entstanden so zwanzig Bilder, 25 x 25 cm, allesamt gezeichnet mit Pigmentliner, schwarzem Buntstift und stellenweisen Highlights aus rotem handgeschöpftem Papier.

THE BIRD entstand aus der Beschäftigung mit Film und Medienkunst. Wie ihr wisst, ist mein Medium nicht das bewegte Bild, sondern die Zeichnung. Die Videokunst, oftmals geprägt durch ihren Umgang mit Filmikonen, ist jedoch vertreten. Auch die Referenz auf Hitchcock dürfte ziemlich eindeutig sein, obwohl die Geschichte selbst letztlich überhaupt keine Gemeinsamkeiten mehr mit dem Horrorklassiker aufweist. Abgesehen davon, dass hier nur ein Vogel agiert, ist dieser zudem mehr Opfer als Täter. Er ist ein Gefangener auf der Suche nach Freiheit.

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